Schamanen | Geschichten

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I. SPUREN EINER VERGÖTTLICHUNG DER SCHAMANEN Das Erneuern eines Schamanengrabes | G.V. Ksenofontov Pavlov Platon | Börtö
Am Flüßchen Chaastaach liegt das Grab eines alten Schamanen namens Temir- Tscharaptschylaach, des "Mannes mit dem eisernen Mützenschirm". Der Leichnam lag in einem Sarg, der aus einem Lärchenstamm ausgehöhlt war. Man hatte den Sarg auf der Astgabel in einer großen Lärche befestigt. Man erzählt, daß man die Knochen dieses Schamanen früher schon zweimal aufgehoben habe, da der Sarg und der Baum faulten und die Knochen zur Erde fielen. Als der Sarg herabfiel, da schlachtete ein Schamane aus der Blutsverwandschaft des verstorbenen Schamanen drei Stück Vieh von besonderer Farbe, richtete das Ysyach-Fest her, nahm die sterblichen Überreste des Schamanen auf und legte sie auf einen anderen Baum. Ich kann mich noch erinnern, wie die Überreste dieses Schamanen einmal aufgehoben wurden. Ich begegnete zufälligerweise unterwegs den Leuten, die hingingen, um sie emporzuheben. Sie trieben einen unverschnittenen dreijährigen Stier vor sich her. Zu dem Ritus der Aufhebung waren drei Schamanen eingeladen, von denen einer nicht kam. Sie erstachen den Stier und mußten dann das versammelte Volk bewirten. Man erzählt, daß die sterblichen Überreste der Schamanen auch unter Pferdeopfern "aufgehoben" wurden. Man mußte einen Hengst erstechen, von schwarzer Farbe, mit weißer Schnauze und mit Beinen, die ungeschälten Birkenstämmen glichen. Bei der dritten Aufhebung müssen die Gebeine des Schamanen der Erde übergeben werden.